ddn Aktionstag Düsseldorf #2

Digitaler Wandel auch für ältere Mitarbeiter kein Problem.

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Digitaler Wandel auch für ältere Mitarbeiter kein Problem.

Wer die Digitalisierung erfolgreich meistern will, muss die Generationenbilder in seinem Unternehmen verändern. Das war der allgemeine Konsens des ddn-Aktionstages 2017, dessen zentrale Veranstaltung in diesem Jahr in Düsseldorf stattgefunden hat. "Viele ältere Mitarbeiter sind bereit, sich dem digitalen Wandel zu stellen", sagt Frank Schomburg von Nextpractice. Sie fühlten sich aber noch nicht ausreichend für diese Aufgabe vorbereitet. Schomburg hat für den ddn eine Online-Umfrage zu diesem Thema konzipiert und stellte die ersten Ergebnisse von rund 600 Befragten vor. Über die Hälfte von ihnen sei zwei Arbeits-Wertewelten zuzurechnen, die Schomburg mit „Engagiert Höchstleistungen erzielen“ und „Sich in der Arbeit selbstverwirklichen“ beschreibt.

Für den ddn-Vorstandsvorsitzenden Rudolf Kast ist die Studie ein weiteres Argument, dass gerade in diese Altersgruppe mit Blick auf den digitalen Lernbedarf besonders investiert werden müsse. Denn ohne die Älteren gehe bei der Digitalisierung wenig: Ihr Anteil an den Belegschaften steigt bis mindestens 2031, wenn mit dem Jahrgang 1964 der Peak der Babyboomer in Rente geht.

Selbst in der ddn-Umfrage zeigten sich Stereotype in den Altersbildern: So hielten sich die älteren Befragten zwar tendenziell besser für die Digitalisierung gerüstet als Gleichaltrige. Sie sind aber zudem davon überzeugt, dass Jüngere generell einen Vorteil im digitalen Wandel haben. "Derartige Stereotype führen dazu, dass Unternehmen in Sachen Digitalisierung von einem Generationenproblem ausgehen", erläutert Nextpractice-Geschäftsführer Schomburg. Die Firmen glaubten, dass Jüngere eher auf Netzwerke und Selbstorganisation im betrieblichen Kontext setzen, während Ältere auf Stabilität und Hierarchie fixiert seien.

Das aber geben seine Daten nicht her, ganz im Gegenteil: Nach dem Idealbild der Arbeit von morgen befragt, liegen Ältere und Jüngere sehr eng aneinander. Bevorzugt wird eine Unternehmenskultur, die sowohl agile Netzwerke als auch planbare Strukturen beinhaltet. Gewünscht wird damit auch ein stärkeres Miteinander als heute, wo die Gesellschaft, aber auch die Belegschaften, in viele Subkulturen zerfallen.

Diesem Wunsch kommen demografiesensible Unternehmen bereits heute entgegen. "Es geht darum, die Potentiale von allen Altersgruppen zu entwickeln, die wir bei uns haben", berichtet ddn-Vorstand Frank Zils, Personalleiter Deutschland und Österreich bei Johnson & Johnson. Oft würden ältere Mitarbeiter noch immer systematisch demotiviert. Das berge die immense Gefahr einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Entscheidend sei dabei eine Vertrauenskultur, meint Anna Drüing, HR-Verantwortliche beim Internet-Reiseportal Trivago: "Digital Leadership bedeutet für uns, dass wir alle immer weiterlernen." Das Alter sei dabei völlig unbedeutend, es gehe um eine innere Haltung. Der Hauptgeschäftsführer der Düsseldorfer IHK, Gregor Berghausen, fordert deshalb eine neue Kultur des lebenslangen Lernens und eine Renaissance der beruflichen Weiterbildung. So könnten auch kleinere und mittlere Unternehmen es im Wettbewerb mit den großen Firmen schaffen, mit ihrem vorhandenen Stamm an Mitarbeitern innovativ zu bleiben und digital zu werden.

 

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