Wettbewerb - Perspektiven

Wettbewerb der Perspektiven – Arbeit 4.0 im Barcamp

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Am 27. Juni luden das Hamburger Regionalnetzwerk (ddn Hamburg) und die Körber-Stiftung zum  Barcamp „NEW WORK - Neue Lebensarbeitszeit gestalten“ ein. Die hier gewonnenen Ergebnisse zeigten in aller Deutlichkeit: Es gibt einiges zu tun, doch die Ideen sind da.

Demographischer Wandel und Digitalisierung transformieren Zivilgesellschaft und Arbeitswelt zunehmend – und bringen für Unternehmen zugleich Chancen und Herausforderungen mit sich. Welche Möglichkeiten ergeben sich aus diesen Trends für eine neue Gestaltung unserer Lebensarbeitszeit? Wie können dabei die Wünsche der Menschen und die Anforderungen der Unternehmen vereinbart werden? Das Barcamp „NEW WORK“ diente dazu, kreative Antworten auf diese Fragen zu gewinnen und die gesammelten Impulse zu handfesten Strategien zu verschmelzen.

"Die Gestaltung des Demographischen Wandels und der 'neuen', erweiterten Lebensarbeitszeit, ist im Demographie Netzwerk wie in der Körber-Stiftung thematisch verankert", erklärten Martina Schmeink, Geschäftsführerin des ddn e. V., und Karin Haist, Bereichsleiterin der Körber-Stiftung, zur Begrüßung der über 150 Besucher. Da es nach Barcamp-Regeln keine Zuschauer, sondern nur aktive Gestalter gibt, lud Moderatorin Margaret Heckel die Teilnehmenden im Forum ein, sich mit drei Stichworten zum Thema vorzustellen. Die Beiträge reichten von konkreten Anliegen wie "Flexible Arbeitszeitgestaltung" bis zu eher abstrakten Lebensmaximen wie "Spaß haben".

Lebenswelten im Fokus

Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des IBE, wies in ihrem einführenden Beitrag über "Lebensphasenorientierte Personalpolitik" insbesondere auf einen Zielkonflikt in der Zeitpolitik von Arbeitnehmer und Arbeitgeber hin. Ihren Begriff "Vereinbarkeit 4.0" nutzte die INQA-Themenbotschafterin, um auf die Bedeutung der sozialen Komponente für die Beschäftigungsfähigkeit hinzuweisen. Andreas Geis, Programmleiter der Körber-Stiftung, bestätigte diesen Ansatz mit den Ergebnissen einer Studie zur neuen Lebensarbeitszeit: Der Wunsch nach Zeit für Familie und Freunde stehe bei den Befragten an erster Stelle – auch vor dem Wunsch nach Beschäftigung. Wie eine Gestaltung von Lebensarbeitszeit und Arbeitsplatz aussehen kann, die sich stärker an den Wünschen der Mitarbeiter orientiert, erläuterte Catalin Krönert, Leiterin Arbeitsrecht und Labor Relations der Philips Lighting GmbH in ihrem Vortrag über "Neue Arbeitswelten bei Philips Lighting". Im Fokus stehen mehr Flexibilität, Gestaltungsspielraum und Eigenverantwortung, sowie die Berücksichtigung der jeweiligen Lebenslagen der Beschäftigten. Dabei besonders interessant für KMU: eine bedarfsorientierte Personalpolitik erfordert keine Spezialabteilung mit hochkomplexen Werkzeugen – der Wandel ist vielmehr eine Frage der unternehmensinternen (Kommunikations-)Kultur und lässt sich als solcher individuell gestalten. Wie Unternehmen diesem Anspruch gerecht werden können, bildete und bildet den Themenschwerpunkt der Arbeit des ddn im Jahr 2017.

Sich über Probleme austauschen - gut investierte Lebenszeit

In sechs parallelen Sessions widmeten sich die Teilnehmenden anschließend aktiv verschiedenen Fragestellungen rund um das Thema Lebensarbeitszeit. In freier Gestaltung wurden Wege und Ziele festgelegt sowie Problemlösungen erarbeitet. Überall wurde engagiert und lebhaft diskutiert, was durch die Vielfalt an Organisationsformen, Standpunkten und Erfahrungen zu einem bereichernden Austausch führte. So vielfältig wie die teilnehmenden Unternehmen und Institutionen waren auch ihre Fragestellungen – und Lösungswege – zur gelebten Praxis von NEW WORK.

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