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Was tun im Wandel? – Neue Strategien für neue Arbeit

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Was die sieben Wertewelten mit der Arbeitswelt von morgen zu tun haben, wer heute schon im Morgen lebt und wie dadurch Zeit freigesetzt wird: Darüber wurde am 12. Juli bei der Veranstaltung „New Work erleben!“ des ddn-Südbayern im Rahmen der Reihe Perspektivwechsel 3D diskutiert. 

Zur Begrüßung nahm Armin Pfoh, Chief Technologist des Gastgebers TÜV Süd in München, das breite Publikum auf eine visionäre Zeitreise: „Heute werden wir von Drohnen überwacht, morgen tragen wir 3D-Brillen bei der Arbeit, und übermorgen schon haben Arbeitnehmer kaum noch Chancen, wenn sie kein breites Wissen über Digitalisierung vorweisen können!“. Ob er damit Recht behalten wird? Dr. Max Neufeind von der Abteilung für Grundsatzfragen beim BMAS hatte Antworten auf die gestellten Zukunftsfragen im Gepäck: Er präsentierte die Kernergebnisse der BMAS-Langzeitstudie „Arbeiten 4.0“, die auch in einem gleichnamigen Weißbuch erschienen sind.

Digitalisierung und demographischer Wandel sind wesentliche Triebfedern  der zunehmenden Differenzierung der Arbeitswelt. „One size fits all“ wird künftig kaum noch funktionieren. Stattdessen können die Interessen der Arbeitnehmerschaft laut BMAS in sieben Wertewelten kategorisiert werden, die größte mit 28%, die kleinste mit 9%. Eine deutliche Meinungsmehrheit ist nicht auszumachen. Und so divers die Wertewelten sind, so unterschiedlich reagieren ihre Mitglieder auf die Anforderungen von "New Work". Ein gutes Beispiel ist die Frage der Arbeitszeitgestaltung: Während in den Wertewelten 1, 2 und teilweise 7 Verlässlichkeit und Planbarkeit bei der Arbeit wichtig ist, steht in den Wertewelten 4 bis 6 Ergebnisorientierung statt Präsenzzwang in Vordergrund. Was es mit diesen Welten auf sich hat, erfahren Sie im Rahmen unserer bundesweiten Umfrage. Doch wie lassen sich die Interessen und Arbeitsstile dieser beiden gegensätzlichen Lager sinnvoll vereinen?

Von der Frau, die freitags nicht (im Büro arbeiten) kann

Zukunftsweisende Ideen veranschaulichte auch Anna Kopp, Director IT bei Microsoft. Das Unternehmen bietet mit dem Modell „Arbeitsplatzsouveränität als Treiber von Innovation" seit drei Jahren eine mit dem Betriebsrat vereinbarte Vertrauensarbeitszeit: Jeder kommt und geht, wann er will. Feste Arbeitsplätze gibt es bei dem IT-Unternehmen auch nicht mehr. Stattdessen kann jeder, je nach der gerade aktuellen Aufgabe, eine von vier Arbeitszonen wählen – von stillen Ecken zum Nachdenken über Sofazonen zum Brainstormen bis hin zu Konferenzräumen jeder Größe. Kopp, die selbst freitags immer von zuhause arbeitet und nur für Meetings die Zentrale ansteuert, setzt auf Mitarbeiter, die sich selbst organisieren: „Fast immer arbeiten die Kollegen in virtuellen Teams rund um den Globus.“, sagt sie. Das stelle ganz besondere Anforderungen an diejenigen, die diese Teams führen, da sie viele Mitglieder nur über den Bildschirm sähen. Digitalisierung und demographischer Wandel werden hier weniger als Bedrohung betrachtet, sondern stellen vielmehr die Chance dar, das (Arbeits-)Leben langfristig wesentlich zu verbessern. Es gilt, Herausforderungen ehrlich zu bewerten und dabei auch die Augen auf ihre Potenziale zu richten.

Daher folgten drei Workshops zur Vertiefung und Diskussion der Impulse beider Vorträge. So präsentierte Dr. Petra Bernatzeder  von der upgrade human resources GmbH, wie man eine vertrauensvolle Fehlerkultur im Betrieb aufbauen kann. Um digitales Arbeiten und das mobile Büro ging es bei Anna Kopp und Marco Chodora, Geschäftsführer von lean4digital. Kai-Michaela Martin-Schüller von der AOK Bayern berichtete, wie sich das persönliche Wohlbefinden auch in Zeiten von ständiger Erreichbarkeit erhalten lässt. Die Runden standen also unter dem Zeichen der Kompensation: Wie gilt es mit den veränderten Rahmenbedingungen umzugehen? Es zeigte sich, dass auch hier von simplen Pauschallösungen die Rede sein kann. Individuum und Unternehmen sehen sich gleichermaßen mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, doch treffen digitalisierte Arbeitsprozesse den ländlichen Metallbauer auf fundamental andere Weise als die städtische Kanzlei. Das breite Spektrum der Anwesenden erlaubte tiefe Einblicke in den Alltag der Akteure unserer Wirtschaftslandschaft – und bildet so eine wertevolle Basis für wirksame Kooperationen vor Ort.

Am Ende des Tages standen ddn und seine Partner scheinbar wieder einmal vor mehr gestellten Fragen als möglichen Antworten. Es bleibt dabei: der Wandel wird Vieles verändern, doch genau was und wie, lässt sich heute bloß erahnen. Umso mehr muss er aktiv gestaltet werden, auf dass Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig und innovativ bleiben. Werden Sie Teil dieses Gestaltungsprozesses und wagen Sie einen Perspektivwechsel 3D!

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