„Demographischer Wandel, Digitalisierung, Diversity – eine integrative Sichtweise ist gefragt!“

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„Demographischer Wandel, Digitalisierung, Diversity – eine integrative Sichtweise ist gefragt!“

Drei Fragen an Siegmar Nesch, stellvertretender Vorsitzender der AOK Baden-Württemberg

vorstand-neschIm Hinblick auf unseren Aktionstag am 14. September richten wir heute unsere „Drei Fragen an“ Siegmar Nesch von der AOK Baden-Württemberg. Er ist verantwortlich für  Kundenmanagement, Vertrieb, Marketing, Finanzen, Personal und IT. Und da all diese Bereiche von den Folgen der drei Trends „Demographischer Wandel, Digitalisierung und Diversity“ unmittelbar betroffen sind, interessiert uns seine Expertise im Hinblick auf diese Phänomene ganz besonders.

Herr Nesch, die drei Megatrends  „Demographischer Wandel, Digitalisierung und Diversity“ sind heute fester Bestandteil unserer neuen Arbeitswelt. Welcher der drei Begriffe ist bei Ihnen gerade am stärksten Thema?

Für die  AOK Baden-Württemberg spielen alle drei Begriffe eine zentrale Rolle. Denn diese drei Begriffe, die 3Ds, sind keine Modeerscheinung, sondern echte Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Demographie, Digitalisierung und Diversity wirken aufeinander ein und erfordern ohne Zweifel eine integrative Betrachtung. Ob mit dem Blick auf Kunden oder auf interne Organisationsstrukturen – der Wandel der Gesellschaft, deren Bedürfnisse und Anforderungen sowie die neuen technischen Möglichkeiten führen zu grundlegenden systemischen Veränderungen. Unternehmen, die diese integrative Perspektive einnehmen, gewinnen ein stabiles Fundament für kommende Unternehmensentwicklungen und -entscheidungen und können die Konsequenzen der 3Ds mutig und sinnorientiert angehen. Die AOK Baden-Württemberg fasst die 3Ds in ihrem Lebensphasenorientierten Personalmanagement zusammen.

Gerade im Hinblick auf das Synergiepotenzial dieser drei Phänomene – was erhoffen Sie sich vom ddn-Aktionstag am 14.09.?

Der ddn-Aktionstag bietet für Unternehmen eine hervorragende Plattform, sich mit den 3Ds integrativ auseinanderzusetzen und aktiv in den Austausch zu gehen. Ich erhoffe mir, dass Unternehmen die Chance nutzen, sich zu vernetzen und wechselseitig im Austausch voneinander zu lernen. Vom ddn-Aktionstag 2017 erhoffe ich mir darüber hinaus auch, dass er einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen und betrieblichen Diskurs leistet.

Ist Digital Leadership bei Ihnen schon ein Thema? Wenn ja, wie sehr? Und wo sehen Sie den Unterschied zum „klassischen Führungsstil“? 

Es gibt viele Einflussgrößen, die Auswirkungen auf die Führungskräfte haben, z. B. der kulturelle Wandel der Gesellschaft, der Wertewandel, die Spezifika der verschiedenen Generationen, der demographische Wandel und eben auch die Digitalisierung. Themen, welche die Digitalisierung verstärkt mit sich bringen, sind z. B. sich noch schneller ändernde Rahmenbedingungen, eine Zunahme der Komplexität, Verdichtung, neue Möglichkeiten für modernes Arbeiten. Das hat Auswirkungen auf die Anforderungen an Führungskräfte. Der Schlüssel steckt aus unserer Sicht im Feld der Selbstführung. Es braucht Führungskräfte, die ihre eigenen Motive kennen und reflektieren und dadurch gut in Kontakt mit sich selbst sind. Wirksame Führung zeigt sich dann darin, dass Führungskräfte gerne Verantwortung für sich und ihre Aufgaben übernehmen. Maßgeblich dabei sind die Individualität und Vielseitigkeit der Personen und der Situationen. Daher wird die Digitalisierung Einfluss auf die Führung haben. Aber den einen wirksamen Führungsstil, der für alle gilt, gibt es aus unserer Sicht nicht. Vielmehr gilt es, eine neue Führungskultur zu entwickeln. Denn wenn wir beispielsweise flexiblere Arbeitsformen einsetzen oder stark spezialisierte Mitarbeiter beschäftigen, braucht es Führungskräfte, die eine Vertrauenshaltung einnehmen und auch fachliche Unsicherheiten aushalten können.

Die Führungskultur aktiv zu gestalten und die Führungskräfte auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, auch die der Digitalisierung, aktiv vorzubereiten, ist schon immer ein sehr zentrales Thema für uns, an dem wir sehr erfolgreich arbeiten und investieren. Im Zentrum stehen die Person und deren Persönlichkeit, Haltung und Kompetenzen. Beispiele für erfolgreiche Programme und Initiativen:

  1. Neues Kompetenzmodell mit breiter Beteiligung des Managements
  2. Management-Kulturentwicklung mit dem Fokus auf Haltung und Selbstverantwortung
  3. Rahmenbedingungen für modernes Arbeiten (flexible Arbeitszeiten, flexible und mobile Arbeitsorte, Vernetzung, Offenheit, Partizipation)
  4. Frauen in Führung
  5. Kreativwerkstatt
  6. Angebote zur Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung
  7. Talentmanagement-Programme
  8. Formate zur Vernetzung des Managements, nach Innen und auch nach Außen

Insgesamt sind wir und unser Management schon sehr gut gerüstet für die Herausforderungen, welche die Digitalisierung mit sich bringen wird und sehen das ganze Thema als Prozess, den es aktiv zu gestalten und weiterzuentwickeln gilt.

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