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ZEITREICH

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ZEITREICH

Wonach richten sich eigentlich die Arbeitszeitmodelle in Ihrem Unternehmen? Nach Ihren wirtschaftlichen Interessen oder nach den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Beschäftigten? Wie sollte es im Idealfall sein? Lässt sich beides überhaupt miteinander vereinbaren? Und was sagt eigentlich der Betriebsrat dazu? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich seit Mitte 2016 das INQA-Projekt „ZEITREICH“. Mittels innovativer Arbeitszeitmodelle sollen Zielkonflikte in der betrieblichen Arbeitszeitpolitik gemindert oder gelöst werden.

Gemeinsam mit insgesamt 14 kleinen und mittleren Modellbetrieben und -verwaltungen sollen im Rahmen des ZEITREICH-Projekts typische Zielkonflikte in der betrieblichen Arbeitszeitpolitik ergründet und mittels innovativer Arbeitszeitmodelle gemindert oder gelöst werden. Der Fokus liegt hierbei auf Betrieben und Verwaltungen der Metall- und Elektroindustrie, dem Einzelhandel, der Chemieindustrie sowie der öffentlichen Verwaltung. Das Besondere daran? Das Projektteam, bestehend aus dem Institut für Beschäftigung und Employability IBE, dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., wmp consult – Wilke Maack GmbH und Dr. Hartmut Seifert, Senior Research Fellow am WSI in der Hans Böckler Stiftung, arbeitet dabei sowohl mit der Arbeitgeber-, als auch Arbeitnehmerseite zusammen. Ziel ist es, gemeinsam neue Zeitmodelle zu entwickeln, zu erproben und einzuführen, die für beide Seiten von Vorteil sind.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Verwaltungen sollen durch attraktive Arbeitszeitmodelle ihre Position im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte stärken und potenzielle Zeitreserven mobilisieren. Für Beschäftigte geht es darum, Lösungen zu entwickeln, die Belastungen mindern und Zeitsouveränität erhöhen. Im Blickfeld stehen dabei insbesondere die folgenden fünf Zielgrößen:

1. Zeitsouveränität

Wie kann ein eigenverantwortlicher und selbstbestimmter Umgang mit Arbeitszeit erreicht werden?

2. Zeitumverteilung

Wie lassen sich Arbeitszeiten im Lebensverlauf bedarfsgerecht zwischen den Geschlechtern und Generationen verteilen?

3. Zeitsynchronisation

Wie können inner- und außerbetriebliche Zeitstrukturen besser aufeinander abgestimmt werden?

4. Zeitkompetenz

Wie kann die Fähigkeit, mit Zeit als knapper Ressource optimal umzugehen, gefördert werden?

5. Zeitqualität

Wie kann Arbeitszeit potenzielle und tatsächliche Belastungen vermindern und zur Gesundheit erhaltenden Entlastung beitragen?

Die Modellphase mit den ersten sieben Betrieben geht aktuell dem Ende zu, sodass pünktlich zur Projekthalbzeit zum Jahreswechsel mit den ersten Zwischenergebnissen gerechnet werden kann. Die zweite, sogenannte „Second-Starter-Phase“, in der mit den restlichen sieben Betrieben zusammengearbeitet wird, schließt unmittelbar an die erste Phase an. Am Projektende stehen damit erprobte Arbeitszeitmodelle, die von den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern in insgesamt 14 Betrieben und Verwaltungen gemeinsam erarbeitet wurden. Sie berücksichtigen die Bedarfe des Unternehmens und der Beschäftigten gleichermaßen und mindern oder lösen Zielkonflikte in der betrieblichen Arbeitszeitpolitik. Die Ergebnisse werden in Form von Leitfäden – sowohl branchenspezifisch, als auch branchenübergreifend – aufbereitet und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Erfahren Sie mehr über das ZEITREICH-Projekt unter www.projekt-zeitreich.de.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert das Projekt ZEITREICH im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

DIE INITIATIVE NEUE QUALITÄT DER ARBEIT: ZUKUNFT SICHERN, ARBEIT GESTALTEN

Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt daher mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine Plattform, auf der sich Verbände und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen – entlang der Themenfelder Personalführung, Gesundheit, Wissen & Kompetenz sowie Chancengleichheit & Diversity. Als unabhängiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen – auch regionalen – Unternehmens- und Branchennetzwerken.

Weitere Informationen unter www.inqa.de.

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