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Führung 4.0: Warum die Arbeitswelt 4.0 eine neue Führungskultur erfordert

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Führung 4.0: Warum die Arbeitswelt 4.0 eine neue Führungskultur erfordert

 

Zwei Drittel der Mitarbeiter in Deutschland sind unzufrieden mit der erlebten Führung, das ist das Ergebnis einer Studie der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). „Das Problematische an dieser Untersuchung ist, dass viele Führungskräfte dieses spüren und fühlen, aber es nicht in tägliches Handeln umsetzen können/wollen/dürfen“, betont der Management-Vordenker und ehemalige Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Telekom AG, Thomas Sattelberger, der einer der Mitinitiatoren der Studie ist. Deutschland sei noch immer ein Land des Din-A4-Denkens, des technischen, starren, hierarchischen Managements, kritisiert Sattelberger.

Schon in der heutigen, vom rasanten technologischen Wandel getriebenen Wirtschafts- und Arbeitswelt, sind neue Führungskonzepte notwendig, dies gilt umso mehr für die künftige Arbeitswelt 4.0. Die digitale Revolution stellt Unternehmen nicht allein vor technologische Herausforderungen, sondern auch vor kulturelle, die eine grundlegende Neuausrichtung von Unternehmens- und Führungskultur notwendig machen. Zumal sich zeitgleich mit dem technologischen Wandel auch die Vorstellungen von Arbeit zunehmend verändern.

Neues Verständnis von Zusammenarbeit und Führung

Mitarbeiter erwarten mehr und mehr ein hohes Maß an Flexibilität, Selbstbestimmtheit und Partizipation sowie eine vertrauensvolle und wertschätzende Unternehmenskultur. Dies und zunehmend individualisierte, immer agilere und dynamischere Produktions- und Arbeitsprozesse sowie immer kürzere Innovationszyklen erfordern ein neues Verständnis von Zusammenarbeit und Führung: Vernetzung, Agilität und Experimentierfreude sowie Offenheit, Vertrauen und Wertschätzung sind die neuen Führungsprinzipien und Schlüsselkompetenzen in der Arbeitswelt 4.0.

In einer vernetzten, technologisch hochkomplexen und sich fortlaufend verändernden Arbeitswelt, in der das Wissen von heute schon morgen wieder überholt sein kann, müssen unternehmerische Entscheidungen im Kontext hoher Unsicherheit und Multioptionalität getroffen werden. Führungskräfte müssen lernen, mit dieser Unsicherheit umzugehen, ebenso mit einem Verlust an Kontrollmöglichkeiten, der mit der Zunahme kollaborativer Netzwerkarbeit notwendigerweise einhergeht. Das erfordert ein hohes Maß an Vertrauen - in die Mitarbeiter, ihre Kompetenzen, Kreativität und Motivation sowie in ihre Fähigkeiten zur Selbstorganisation.

Bedürfnisse der Mitarbeiter im Fokus

Für Führungskräfte bedeutet das mithin einen Rollenwechsel: Vom Anführer, Entscheider und Kontrolleur an der Spitze eines hierarchisch organisierten Unternehmens hin zum Coach, Moderator und Ermöglicher innerhalb eines Netzwerks sich selbst organisierender, agiler Teams.

In der künftigen Arbeitswelt wird Führungskräften die Aufgabe zukommen, die richtigen Leute zusammenzubringen und die Voraussetzung für ihre effiziente Zusammenarbeit zu schaffen. Dazu gehört nicht nur, die notwendige Infrastruktur und entsprechenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen, sondern auch flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten zu ermöglichen sowie Wertschätzung und Vertrauen zu vermitteln. Die Arbeitswelt 4.0 erfordert also mithin eine Führungskultur, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter fokussiert und Bedingungen für ein menschengerechteres Arbeiten gestaltet.

Fazit:

Um als Unternehmen im digitalen Wandel bestehen zu können, bedarf es neben dem technologischen Wissen und Knowhow auch einer neuen Führungskultur, die die sich verändernden Arbeits- und Produktionsbedingungen antizipiert und dabei geleichzeitig den Menschen und seine Bedürfnisse in den Blick nimmt.

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