Martina Schmeink

„Die Arbeitswelt 4.0 braucht Visionen und Werte“

Posted on Posted in Allgemein

„Die Arbeitswelt 4.0 braucht Visionen und Werte“

 

Im Interview erläutert ddn-Geschäftsführerin Martina Schmeink, wie sich Digitalisierung und demografischer Wandel beeinflussen und was Besucher der bundesweiten Aktionstags-Veranstaltungen erwartet.

 

martina_schmeink-interview-bildDas Demographie Netzwerk startet am 20. Oktober einen Aktionstag "Arbeitswelt 4.0". Warum hat das Netzwerk gerade dieses Thema gewählt?

Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Der lässt sich entweder abwartend beobachten oder rechtzeitig mitgestalten - und zwar so, dass die Herausforderungen des demografischen Wandels mitbedacht werden. Das Demographie Netzwerk will konkret aufzeigen, welche Chancen für eine neue Qualität der Arbeit im klugen Einsatz der Technologien stecken. So lassen sich etwa durch Datenbrillen auch solche Beschäftigte in zukunftsweisende Arbeitsbereiche integrieren, die sonst eher am Rande des Arbeitsmarktes stehen. Auch gefährliche und körperlich schwere Arbeit lässt sich künftig leichter vermeiden, so dass Menschen länger und ohne gesundheitliche  Beeinträchtigungen erwerbstätig bleiben können.

 

Inwieweit beeinflussen sich die digitale Transformation und der demografische Wandel?

Der Rückgang des Erwerbspersonenpotentials verstärkt den Druck auf die Belegschaften, eine höhere Produktivität zu erbringen. Insofern ist der demografische Wandel ein Treiber neuer Technologien. Umgekehrt haben neue Technologien Einfluss auf Art und Zahl der Arbeitsplätze und damit auch auf künftige Fachkräftelücken.

 

Was sind die Botschaften des Aktionstages?

Die Kernbotschaft lautet: Wenn aus technologischem Fortschritt sozialer Fortschritt werden soll, braucht es Visionen und Werte. Es geht um Leitplanken der Digitalisierung, die mit Werten wie Generationengerechtigkeit, Mitarbeiterorientierung und Demokratisierung der Arbeitswelt umrissen werden können. Die Arbeitswelt 4.0 fällt nicht vom Himmel , sondern kann aktiv gestaltet werden. Dabei sind die Weichen so zu stellen, dass gute Arbeit im Zuge der Digitalisierung gut bleibt  oder sogar besser wird. Hierzu wollen wir Impulse setzen und den Diskurs befeuern.

 

Welche Vision hat ddn von einer Arbeitswelt 4.0 und was kann das Netzwerk zu dieser Vision beitragen?

Unsere Vision ist die, dass neue Technologien gezielt dazu verwendet werden, um Arbeit gesünder, motivierender, selbstbestimmter und letztlich demografiefester zu gestalten. Damit das gelingt, sind die Beschäftigten rechtzeitig einzubeziehen, aber auch zu schulen und für den notwendigen Wandel der Arbeitswelt zu sensibilisieren. ddn wird auf Risiken der Arbeitswelt 4.0 hinweisen, aber anhand konkreter Beispiele vor allem auch die Chancen aufzeigen und den Erfahrungsaustausch zu diesem Thema fördern und moderieren.

 

Was erwartet die Besucher der Aktionstags-Veranstaltungen?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich am 20. Oktober auf vielfältige Fachveranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen freuen. In der Aktionstags-Veranstaltung "Vom Handwerker zum Cloudworker" in Dresden geht es beispielsweise um die neue Selbstverständlichkeit der Digitalisierung im privaten wie im beruflichen Alltag. Diese wird dort vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung diskutiert. In unserem Leitkongress in Mainz beleuchten wir das Thema dagegen primär aus Unternehmenssicht. Wir fragen, ob insbesondere KMU bereits ausreichend für die Arbeitswelt 4.0 aufgestellt sind, und falls nein, mit welchen Maßnahmen sich daran etwas ändern lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *