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Soziale Innovationen: Den technischen Wandel gestalten

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Soziale Innovationen: Den technischen Wandel gestalten

In Video-Beiträgen des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) kann sie bereits erlebt werden – die schöne neue Welt der Industrie 4.0: Werkstück und Maschine sind intelligent und komplett vernetzt und steuern auf diese Weise selbstständig die Produktion. „Und das effizient und ressourcenschonend wie nie zuvor“, heißt es in dem Beitrag, der anschaulich macht, wie grundlegend sich Produktion und Wirtschaft in naher Zukunft verändern werden.

Bei diesem digitalen Wandel geht es jedoch um weit mehr als um technologische Innovationen, um das Internet der Dinge, Big Data, künstliche Intelligenz und enorme Potenziale zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung. Die Digitalisierung hat letztlich Einfluss auf alle Lebensbereiche, auf unsere sozialen Beziehungen, unser Handeln und nicht zuletzt auf die Arbeitswelt. Das macht deutlich: Wir befinden uns mitten in einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationsprozess, zu dessen Gestaltung es nicht ausreichen wird, allein auf technologische Innovationen zu fokussieren.

Soziale Innovationen werden zu Erfolgskriterien

Dies würde den anstehenden Herausforderungen nicht gerecht werden und andere wichtige Innovationspotenziale ausblenden, die für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland mindestens genauso wichtig sind wie die technologischen. Insbesondere soziale Innovationen werden nach Ansicht von Zukunftsforschern zunehmend zum Erfolgskriterium für unternehmerische Innovationsfähigkeit und damit für den wirtschaftlichen Erfolg. Gerade auch vor dem Hintergrund weiterer großer unternehmerischer Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel und der sich veränderten Ansprüche an Arbeit, müssen soziale Innovationen zum zentralen Bestandteil der künftigen Arbeitswelt werden.

Wichtiger Ansatzpunkt wird dabei die Frage sein, wie der technologische Fortschritt dazu genutzt werden kann, die Arbeitswelt menschengerechter zu machen? Anders ausgedrückt: Wie kann und muss der digitale Wandel gestaltet werden, um eine ebenso produktive wie Menschen orientierte Arbeitswelt zu etablieren? Denn auch darin sind sich die Experten einig: Die künftige hochgradig digitalisierte und vernetzte Produktions- und Wirtschaftswelt wird nicht ohne den Menschen, seine Erfahrung, Kreativität und Urteilskraft auskommen.

Unternehmen müssen soziale Innovationen wagen

Diese ureigensten Fähigkeiten des Menschen werden überall dort gefragt sein, wo Algorithmen nicht die letzte Entscheidung übernehmen können oder es nicht sollten. „Da wo ethische Dilemmata, Unwissbares, Ungeregeltes auftauchen“, wie der Zukunftsforscher Stephan A. Jansen betont. Umgekehrt können durch soziale Innovationen die neuen Technologien so gestaltet und eingesetzt werden, dass sie den Menschen von Routinetätigkeiten, schwerer körperlicher Arbeit und starren Formen der Arbeitsorganisation befreien und so Freiräume für seine ureigensten Fähigkeiten und Bedürfnisse entstehen – für Kreativität, Sinnerleben und Selbstbestimmung und damit für gute, menschengerechte Arbeit.

Als Kompass für solche sozialen Innovationen können bekannte und bereits erprobte Ideen und Konzepte dienen: Flexible Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle, neue Formen der Arbeitsorganisation, die mehr Teilhabe und Mitbestimmung ermöglichen, kontinuierliche Qualifizierung und neue berufliche Perspektiven, gesunde Arbeitsbedingungen und alternsgerechte Arbeitsplätze sowie generationengerechte Unternehmenskulturen. Im zunehmend härter werdenden Wettbewerb um Fachkräfte werden Unternehmen künftig nicht mehr um soziale Innovationen umhinkommen. Denn zufriedene, hochmotivierte und -qualifizierte Fachkräfte bilden die Grundvoraussetzung, um in einer von immer kürzeren Innovationsintervallen getriebenen Wirtschaftswelt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit: Der technologische Wandel lässt sich durch soziale Innovationen im Sinne guter, menschengerechter Arbeit gestalten. Unternehmen müssen soziale Innovationen wagen – um den sich verändernden Ansprüchen von Arbeitnehmern gerecht zu werden, Fachkräfte zu binden und letztlich um in einer sich rasant verändernden Arbeits- und Wirtschaftswelt innovations- und damit konkurrenzfähig zu bleiben.

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