population-1282377_1920

Interessante Zahlen, Daten und Fakten zu Industrie 4.0 und Arbeitswelt 4.0

Posted on Posted in Allgemein

Interessante Zahlen, Daten und Fakten zu Industrie 4.0 und Arbeitswelt 4.0

 

Industrie 4.0

Den Begriff Industrie 4.0, als Bezeichnung für die vierte industrielle Revolution, kennt man nur in Deutschland. Andere Ländern haben andere Begriffe gefunden, die teilweise entsprechende Initiativen zur Förderung des technologischen Wandels bezeichnen: „Smart Factory“ in den Niederlanden, „High Value Manufacturing Catapult“ in Großbritannien, „Usine du Futur“ in Frankreich, „Fabrica del Futuro“ in Italien, „Made in China 2025“ in China; in den USA gibt es die Initiativen „Smart Manufacturing Leadership Coalition“ und „Industrial Internet Consortium“.

 

Digitalisierung der Arbeitswelt

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist längst Realität. Fast jedes fünfte Unternehmen hat laut einer Umfrage von Pricewaterhouse Coopers (PwC) Schlüsselprozesse der Wertschöpfungskette bereits digitalisiert. Kaum ein Arbeitsbereich bleibt von der Digitalisierung unberührt: Im Schnitt arbeiten rund sechs von zehn Beschäftigten in der Industrie an einem Arbeitsplatz mit Internetzugang, in stark digitalisierten Betrieben sogar drei von vier. Zudem arbeiten mehr als acht von zehn Beschäftigten zumindest gelegentlich mit einem Computer.

Der digitale Wandel ist für viele Berufstätige bereits deutlich spürbar. Eine Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) ergab, dass 43 Prozent der Beschäftigten den Eindruck haben, dass sich ihre berufliche Tätigkeit durch die Digitalisierung stark oder sogar sehr stark verändert hat. Die Befragung zeigt auch, dass der digitale Wandel wesentlich stärkere Auswirkungen auf höher qualifizierte Berufe hat. So gaben 61 Prozent der Angestellten und Beamten mit Führungsverantwortung an, dass sich ihre berufliche Tätigkeit durch die Digitalisierung stark verändert hat, 21 Prozent von ihnen empfinden die Veränderungen sogar als besonders stark. Von den Arbeitern mit einfachen Tätigkeiten empfanden hingegen nur 16 Prozent, dass sich ihre Arbeit durch das Internet und andere digitale Technologien (sehr) stark verändert hat.

 

Rasantes Innovationstempo

Mit dem „Internet of Things“ (IoT) und der Digitalisierung der Wissensarbeit hat gerade die nächste große Innovationsstufe der digitalen Wirtschaft begonnen. Der Netzwerkanbieter Cisco Systems prognostiziert, dass im Jahr 2020 rund 50 Milliarden Geräte, Maschinen, Anlagen, Roboter und Einrichtungen der Haustechnik durch IoT miteinander verbunden sein werden.

Ab dem Jahr 2020 erwarten Technologieexperten zudem, dass wichtige Meilensteine des digitalen Zeitalters erreicht werden. Das geht aus einer Befragung von 800 Technologieexperten durch das World Economic Forum hervor. Die Experten erwarten unter anderem:

  • dass bis zum Jahr 2022 eine Billiarde Sensoren mit dem Internet of Things verbunden sein werden.
  • bis zum gleichen Jahr die erste Auto-Karossiere, die von einem 3D-Drucker hergestellt wird.
  • dass bis 2025 rund fünf Prozent aller Verbrauchsprodukt im 3D-Druckverfahren hergestellt wird.
  • für das Jahr 2026, den ersten Computer mit künstlicher Intelligenz, der Mitglied im Aufsichtsrat eines Unternehmens sein wird.

Automatisierung von Berufen

Digitalisierung und Automatisierung wird viele Berufsbilder verändern. Die inzwischen bekannteste Studie der Wissenschaftler Carl Benedikt Frey und Michael Osborne von der Universität Oxford, sagt voraus, dass rund 47 Prozent der heute bekannten Berufe in den kommenden zehn bis 20 Jahren durch den technologischen Fortschritt verschwinden. Ihre Prognose bezieht sich auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt.

Wissenschaftliche Studien für den deutschen Arbeitsmarkt kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das Mannheimer Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZWE) kommt zu dem Ergebnis, dass nach dem heutigen Stand der Technik rund fünf Millionen Jobs automatisierbar sind. Eine Studie der ING-DiBa sieht dagegen gut 18 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland durch die fortschreitende Automatisierung gefährdet. Nach Ansicht von Experten werden in den kommenden Jahren vor allem Berufstätige in Büros von Computern ersetzt. Routine-Tätigkeiten von Controllern, Einkäufern, Auftragsdisponenten oder Servicemitarbeitern erledigt intelligente Software bald besser und effizienter, prognostiziert Jochen Deuse, Professor für Arbeits- und Produktionssysteme an der Technischen Universität Dortmund.

 

Neue Arbeitsplätze und Fachkräftemangel

Ob die vierte industrielle Revolution unter dem Strich zu mehr oder zu weniger Arbeitsplätzen führt, ist in der Forschung umstritten. Laut Berechnungen der Unternehmensberatung Boston Consulting (BCG) wird es in Deutschland bis zum Jahr 2025 etwa 350.000 neue Jobs geben. Insgesamt entstehen nach Ansicht der Experten sogar fast eine Million neue Jobs, allerdings würden gleichzeitig auch rund 610.000 Berufstätige ihre alte Beschäftigung verlieren.

Dagegen prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus Nürnberg, dass der digitale Wandel in den kommenden Jahren bis zu 60.000 Arbeitsplätze kosten wird. Die Forscher des IAB rechnen mit lediglich 430.00 neue Arbeitsplätze durch die Digitalisierung und einem gleichzeitigen Verlust von 490.000 meist einfacheren Jobs.

Eine neue Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und des Darmstädter Wirtschaftsforschungsinstituts Wifor kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass der digitale Wandel und die damit verbundene Produktivitätssteigerung nicht ausreichen werden, um die durch die demografische Entwicklung entstehende Lücke zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot zu schließen. Die Studie prognostiziert, dass im Jahr 2030 von potentiell vier Millionen fehlenden Arbeitskräften durch die Digitalisierung nur etwa die Hälfte kompensiert werden können. Gefragt sein werden vor allem IT-Experten, Programmierer, Entwickler, Daten-Fachleute oder auch Robotor-Koordinatoren.

Arbeit wird flexibler

Digitale Technologien ermöglichen flexiblere Arbeitsmodelle. Bei einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter 1.500 Geschäftsführern und Personalleitern von Unternehmen rechnete fast jeder Vierte damit, dass der klassische Büroarbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht zunehmend an Bedeutung verliert. Fast jeder Dritte erwartet, dass das Home-Office wichtiger wird. 

Auf Seiten der Beschäftigten dagegen lässt das Interesse am Homeoffice deutlich nach. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) halten es nur noch 21 Prozent der Berufstätigen für wünschenswert, die Arbeit zu Hause erledigen zu können, 2013 waren es noch 41 Prozent.

 

Alternsgerechte Arbeitsplätze

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Bevölkerung in Deutschland immer älter. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes werden schon 2020 rund 40 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter 50 Jahre und älter sein. Industrie 4.0 bietet die Möglichkeit ältere Mitarbeiter zu entlasten. So können intelligente Assistenzsysteme wie Lasten- und Serviceroboter Menschen schwere körperliche Arbeit sowie eintönige Routinetätigkeiten abnehmen.

Maßnahmen wie diese tragen zum Erhalt der Gesundheit der Mitarbeiter bei und dienen somit auch der Fachkräftesicherung. Die Digitalisierung eröffnet älteren Arbeitnehmer die Möglichkeit, länger im Berufsleben zu bleiben. Eine Entwicklung, die auch im Interesse der Unternehmen liegt. Denn so lässt sich der Wissenstransfer zu nachfolgenden Mitarbeitergenerationen unter den Bedingungen des demografischen Wandels sicherstellen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *